Hochsensibel und glücklich

Schon öfter kam ich zu dem Thema „hochsensibel“, habe es dann aber immer wieder „verdrängt“ oder abgetan. Durch meine Jüngste und einigen Gedanken, bin ich dann auf das Buch „hochsensibel aber glücklich“ von Michael Repkowsky gekommen und BÄM
es sind ca. 20 typische Merkmale aufgezählt und ich bin nah an der vollen Punktzahl dran und auch bei Motte sind so viele Parallelen, dass ich für mich weiß, dass ich mit einigen Dingen nun anders umgehen möchte.

Wie oft wurde mir in den letzten Monaten, Jahren, nein eigentlich mein ganzes Leben lang gesagt, dass ich zu lieb, dass ich immer für andere mehr tue, als für mich selbst (das sogenannte Helfersyndrom), dass ich zu gutgläubig (ja leider und das möchte ich definitiv ändern), dass ich zu geräuschempfindlich, mache mir Gedanken , was andere über mich denken und reagiere oft gegen meine eigene innere Stimme, weil ich nicht anecken möchte (auch davon möchte ich mich lösen) und auch bei Motte habe ich das ein oder andere hier feststellen können.
Sie kann sich so wunderbar in andere hineinversetzen, aber vergisst eben manchmal dadurch auch, sich zu wehren, selbst Hilfe anzunehmen oder STOP zu sagen, wenn ihr etwas zu viel wird.

Und der Autor schreibt so wundervoll „dass Hochsensibilität ein wertvolles Gut ist“ und ja , ich finde, einige der Gaben, die man in sich hat, sollte man dann auch weiterhin sinnvoll nutzen und daraus Stärken machen.

Und bei anderen muss man eben lernen STOP zu sagen, muss sich seine Auszeiten gönnen – wie z. Bsp. bei mir, dass ich dann oftmals sehr gerne im Wald laufe oder einfach mal eine halbe Stunde alleine bin.
Dadurch war ich auch im letzten Jahr in dem Mehrfamilienhaus so fix und alle, denn dank der Hellhörigkeit war ja 24 Stunden lang immer ein Geräusch zu hören und ich bin verrückt geworden – wir haben uns daher einige Auszeiten an der Nordsee genommen, sind spontan Samstags hin, einfach für die RUHE und den Seelenausgleich.
Jetzt haben wir unser Häuschen und kommen zur Ruhe (Nichtesdestotrotz geht es trotzdem einige Male in diesem Jahr an die See für das Seelenheil) und meine Läufe genieße ich immer noch sehr.

Was mir auch nun bewusst ist, dass es eben normal ist, dass ich so viele Sachen ausprobieren möchte, so viele Nähsachen auf meiner To Do Wunschliste stehen, ich aber auch gerne plotten, sticken, häkeln möchte , Handlettern üben mag und überhaupt , sooooo viele Dinge und dann bleibt es doch wieder auf der Strecke…seufz
Da muss ich nun mal einen Weg finden, dass ich bei einigen Dingen NEIN sage .

Das Buch hat mir nun auch gezeigt und klargemacht, dass ich strukturierter arbeiten muss, dass Motte und ich unsere Zeiten brauchen, dass vieles normal ist und dass wir eben genau so wundervoll sind, wie wir sind

Habt ihr von Hochsensibilität oder Hochsensivität schon einmal gehört?

ich freue mich, wenn ich weitere Tipps geben und erhalten kann, falls euch das Thema interessiert

herzlichst Eure Gaby

5 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Cordula
    Mrz 12, 2021 @ 23:09:49

    Hey,
    ein schöner Beitrag ;). Und wenn du durch das Buch für dich wertvolle Tipps heraus nehmen konntest, finde ich das echt klasse ;).
    Von Hochsensibilität habe ich schon einiges gehört. Und ich muss sagen, ich bin nicht so begeistert davon wie viele sich das andichten. Für mich hat dieser Hype etwas von Modediagnose.
    Dazu sollte ich sagen, dass ich selbst im Bereich der Psychologie studiere und mich daher auch näher mit dem Thema befasst habe. Und ehrlich gesprochen, in den letzten 30 Jahren hat sich in Sachen Forschung zum Thema nicht viel getan.
    Eine weitere Sache ist auch, dass eine breite Anreihung möglicher Symptome natürlich auch die Wahrhscheinlichkeit erhöht, dass sich entsprechend viele angesprochen fühlen.
    Selbst Psychologen sind sich nicht einig, was sie von Hochsensibilität halten.
    Manche meinen es ist eine Unterform des Neurotizismus.
    Auch der genaue Anteil Hochsensibler ist bislang nur eine Schätzung. Überhaupt ist das Ganze bislang eine wenig validierte Theorie, die leider zu oft und zu viel in meinen Augen als Fakt dargestellt sowie angesehen wird.

    Sensitivität ist wie vieles ein Spektrum.
    In dem Sinne ist es eine gute Sache sich selbst als feinfühlig zu akzeptieren.
    Doch sich selbst als hochsensibel zu diagnostizieren, durch Online tests aus dem Internet wie ich es schon erlebt habe, durch das Lesen eines Buches, oder dergleichen, davon sollte man finde ich eher Abstand nehmen.
    Denn ein Begriff ist auch nur ein Begriff. Vielmehr sollte man sich abseits solcher Begriffe wie dem Hype um Hochsensibilität akzeptieren und in seinen Stärken und Schwächen schätzen lernen.

    LG

    Antworten

    • SiNiJu
      Mrz 13, 2021 @ 06:07:55

      Danke liebe Cordula und ja ich muss dir recht geben, dass es nur Theorie ist u es für alles verschiedene Meinungen j d Ansichten gibt. Mir haben einige Tipps geholfen, einiges an Sensibilität anzunehmen und mir nicht mehr die Vorwürfe anderer dazu zu Herzen zu nehmen.

      Antworten

  2. mutigerleben
    Mai 02, 2021 @ 10:32:14

    Ja, ich beschäftige mich auch damit und finde das spannend.
    Auch ich komme aus dem Bereich „Psychologische Beratung“. Grundsätzlich finde ich es schwierig, Etiketten „aufzukleben“, vor allem, wenn sie nie mehr abgehen oder einen Menschen unzulässig festzulegen.
    Und, ich finde die Beschäftigung mit dem Thema trotzdem wichtig, denn es geht für mich auch um ein tieferes verstehen können.
    Als ich vor ein paar Jahren begonnen habe, mich damit zu beschäftigen, habe ich plötzlich Dinge verstanden, die mir in meiner Erziehung begegnet sind und bei denen ich oft das Gefühl hatte, nicht weiter zu wissen (die Zeit, als ich erzogen habe, liegt schon etliche Jahre zurück. Da hat niemand davon gesprochen – jedenfalls nicht im Alltag). Bei vielem habe ich mir gewünscht, ich hätte das schon damals gewusst.
    Da Hochsensibilität keine Krankheit ist, gibt es eben keine Diagnoseschlüssel – und das ist auch gut so. Insofern bleibt nur der Weg, sich mit dem Thema zu befassen, sich einzulesen, vielleicht auch einen Test zu machen.
    Und – in meiner Wahrnehmung ist das legitim – wenn es darum geht, sich besser zu verstehen und, mit dem, was ich bin und habe, ein wenig einfacher durchs Leben zu kommen, weil ich weiß, wo für mich „Stolpersteine“ sind. Wo jemand das Thema nutzt um zu sagen „So bin ich, ich kann nichts dafür“ – da beginnt für mich ein Bereich, in dem es schwierig wird.
    Liebe Grüße
    Judith

    Antworten

    • SiNiJu
      Mai 03, 2021 @ 10:02:02

      Liebe Judith, ich danke dir für deine Sicht und ja für mich ist es ein toller „Input“ für mich und mein Pubertier nun geworden, dass das eben bei uns so ist. Das ich für mich weiß, dass meine „Marotten“ , mein „zu lieb“ , meine „Geräuschempfindlichkeit“ , mein „dies und das“ einfach genau so zu mir gehört und ich eigentlich auch durchaus positiv damit umgehen kann und es nicht als negative Eigenschaft sehen sollte – wie es mir von Außen oft vermittelt wird. liebe Grüße Gaby

      Antworten

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s